Sims-Forum.de testet „Die Sims 4 – An die Arbeit!“ – Ein würdiger Nachfolger für Open for Business?

Endlich ist es soweit, das erste große Erweiterungspack ist erschienen. Nachdem die Verkaufszahlen der Fortsetzung von „Die Sims 3“ die Erwartungen nicht erfüllt haben, hat EA versucht “Die Sims 4“ durch kostenlose Patches mit Inhalten,
die sich viele Spieler bereits im Grundspiel erhofft hatten, in ein besseres Licht zu rücken. Das erste Gameplay Pack, das im Januar veröffentlicht wurde, hatte ebenfalls Startschwierigkeiten,
da „Outdoor Leben“ fast nur eingefleischte Sims Fans begeistern konnte, eine breite Masse jedoch nicht ansprach.
Die Community hat das im Vorfeld veröffentlichte Infomaterial positiv angenommen. Darum möchten wir im Folgenden auf die Features des Add-ons eingehen und abschließend ein Fazit abgeben.

Die drei neuen interaktiven Karrieren im Überblick:

Intelligenz und Wahnsinn liegen nah beieinander – Die Wissenschaftskarriere

Als Labortechniker hat Lucas um 10 Uhr morgens seinen Arbeitstag im Wissenschaftlichen Institut begonnen. Mit viel Interesse hat er sich sofort an den PC gesetzt,
um eine Abhandlung zu schreiben. Und dann: Er hat einen Durchbruch gemacht! Er hat eine neue Erfindung oder ein Serum erarbeitet!
Dies wird direkt mit dem Bauplan dafür belohnt, den er am „Erfindungserbauer“ auch direkt umgesetzt hat. Anschließend hat er sich ins Chemielabor begeben,
um etwas zu experimentieren. Nachdem Lucas seine Experimente abgeschlossen hat, und wir seine erste Erfindung ausgiebig begutachtet und getestet hatten,
ist er noch an das Chemische Analysegerät gegangen, um seine Logikfähigkeit durch üben zu verbessern. Anschließend war der Arbeitstag leider auch schon vorbei und
wir haben Lucas nach Hause begleitet, wo er noch eine Abendlektüre zum Thema Raumschiffbau gelesen hat.

Kritikpunkt: Für manche Spieler ist die Karriere vielleicht schon etwas zu anspruchsvoll. Man kann sehr viel entdecken und muss immer 2 Durchbrüche schaffen, bevor man ein Berufslevel aufsteigt.
Dies kann sich dann eventuell sehr in die Länge ziehen, sodass mancher Spieler schnell die Lust verlieren könnte.

Positiv: Es gibt viele witzige Erfindungen wie zum Beispiel den Gefrierstrahler. Was uns ebenfalls sehr gefällt, ist, dass man mithilfe der Karriere in die Alienwelt gelangen kann.

Stehen bleiben oder ich schieße! – Die Polizeikarriere

Als wir die Wissenschaftlerkarriere ausgiebig getestet hatten, haben wir unseren Sim dazu verdonnert, als Polizeianwärter seinen Dienst zu tun.
Gleich am ersten Arbeitstag hat Lucas am Computer seinen ersten Fall angenommen. Voller Elan ist er sofort an den Tatort gereist, um dem Verbrechen auf die Spur zu kommen.
Am Tatort angekommen, hat Lucas mit der Befragung von möglichen Zeugen begonnen. Anschließend fotografierte er Beweise und nahm Proben, welche er später auf dem Polizeirevier analysieren wollte.
Wieder auf dem Revier angekommen, wertete Lucas zunächst die aufgenommenen Zeugenaussagen am Computer aus und analysierte im Labor des Polizeireviers die am Tatort gesammelten Proben.
Zum Abschluss des Tages wertete Lucas alle gesammelten Beweise an der Verbrecherkarte aus. Der zweite Arbeitstag war ebenfalls sehr interessant, da Lucas viele weitere neue Dinge entdecken konnte.
Allerdings wollen wir nicht zu viel verraten, da ihr euch selbst ein Urteil bilden sollt.

Kritikpunkt: Der Arbeitstag eines Polizisten ist im Spiel für die Fülle an Aufgaben leider zu knapp bemessen. Das führt mitunter auch schon mal dazu,
dass es bis zu drei Arbeitstage dauert, bis ein Fall abgeschlossen ist. Außerdem gibt es auf dem Polizeirevier an den Geräten noch ein paar Bugs,
die zu nervigen Zeitverzögerungen führen können oder die Geräte teilweise unnutzbar machen. Hier hat EA aber schon Nachbesserungen angekündigt.

Positiv ist mir aufgefallen, dass die Polizeikarriere viele neue Interaktionen mit sich bringt, die liebevoll gestaltet sind und immer wieder zu dem ein oder anderen Lacher geführt haben.
Auch die Fülle an Karrieren-spezifischen neuen Gegenständen im Kaufmodus ist lobenswert!

Leben retten leicht gemacht – Die Medizinkarriere

Da Lucas nicht genug Mut hatte, Verbrechern gegenüber zu treten, haben wir beschlossen, dass ihm
die Medizinkarriere vielleicht mehr zusagt. Als Krankenhauspraktikant haben wir unseren ersten Arbeitstag damit begonnen,
den Patienten Essen zu bringen. Außerdem sollten wir unsere Hände waschen, um sie zu desinfizieren. Je mehr Erfahrung wir gesammelt hatten, desto mehr Aufgaben durften wir übernehmen.
Das Abstriche Nehmen fiel Lucas am Anfang sehr schwer. Die Proben mussten immer wieder erneuert werden, da sie ungültig waren. Auch mit den Analysedaten konnte Lucas nichts anfangen.
Doch nach einigen Essensausgaben und Putzaufgaben hat man dies Lucas zugetraut und mit viel Übung hat es dann auch geklappt. Später durften wir sogar den Patienten intensiver untersuchen und
ihm sogar Impfungen oder Medizin verabreichen. Lucas hat aber noch lange nicht alles entdeckt. Bis er ein guter Arzt ist, wird noch viel Zeit vergehen und er wird noch viele Hürden überwinden müssen.

Kritikpunkt: Es ist sehr schwer, mehrere Patienten am Tag zu heilen. Allerdings stehen an der Rezeption noch viele weitere, die darauf warten, gesund zu werden.
Das Krankenhaus wirkt jedoch recht klein und erinnert daher an eine sehr große Arztpraxis.

Positiv: Es wirkt sehr der Realität entsprechend, wie man die Patienten untersuchen kann. Man kann verschiedene Untersuchungen anordnen, Temperatur messen, impfen, Essen bringen, Abstriche analysieren und so weiter.
Der Umfang ist hier recht groß.

Magnolia Promenade – Eine neue Nachbarschaft:

In der neuen Nachbarschaft gibt es 4 Grundstücke. 1 Grundstück ist komplett leer, sodass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Dort könnte man auch wohnen. Die anderen 3 Grundstücke sind schon bebaut,
allerdings können sie ebenfalls den eigenen Wünschen angepasst werden. Die Nachbarschaft kann für das eigene Geschäft genutzt werden. Der Bereich rund um die Geschäftsgrundstücke ist sehr groß gestaltet.
Es macht Spaß, sich die Karte etwas genauer anzusehen.

Vom Tellerwäscher zum Millionär – Das eigene Geschäft

Nachdem ihn der Job in der Medizinkarriere überfordert hat, hat Lucas beschlossen, sich den Traum von einer eigenen Bäckerei zu erfüllen. Also, gesagt getan, hat er sich ein Grundstück in Magnolia Promenade
von dem Angesparten aus seinen Vorherigen Karrieren gekauft und angefangen drauf los zu bauen. Er hat sich Kühlregale in seiner Lieblingsfarbe gekauft und die neue Backfähigkeit dafür genutzt,
die Regale aufzufüllen. Außerdem hat er sich eine Kasse gekauft, denn das darf in einem Geschäft auf keinen Fall fehlen. Dann konnte es auch schon losgehen.
Er hat per Knopfdruck sein Geschäft geöffnet und die Backwaren zum Verkauf markiert. Die Kunden sind in den Laden gestürmt und haben sich erst einmal ausgiebig mit Lucas unterhalten.
Nachdem sie mit der Kundenbetreuung zufrieden waren, haben sie die Backwaren gekauft und sind zufrieden nach Hause gelaufen. Puh! Das war ein langer Tag. Lucas putzt die Theken und die Kühlregale,
schließt den Laden, und geht müde, aber zufrieden, nach Hause.

Kritikpunkt: Das Geschäft kann man leider nur in der neuen Stadt „Magnolia Promenade“ eröffnen. Es gibt keine Möglichkeit, dies Zuhause auf seinem eigenen Grundstück zu machen.
Außerdem darf man keinen gefüllten Kühlschrank in der Nähe der Kunden aufstellen, da man die Türen nicht verschließen kann. Die Kunden können sich einfach an dem Kühlschrank bedienen,
natürlich ohne zu bezahlen. Desweiteren ist es sehr schade, dass die Kunden mit einem Tablet abkassiert werden, statt zur Kasse zu gehen, wie man es üblicherweise tut.

Sehr positiv ist uns aufgefallen, dass es eine große Vielfalt an Geschäften gibt, die man selbst eröffnen kann. Von einem Fotostudio bis zu einem Kleidungsgeschäft, es sind fast keine Grenzen gesetzt.
Außerdem gibt es sehr viele neue Dinge die man im Bau und Kaufmodus verwenden kann.

Die neuen Fähigkeiten die das Erweiterungspack mitbringt:

Backe Backe Kuchen! – Die Backfähigkeit:

Die neue Backfähigkeit bringt sehr viele neue Rezepte mit. Ganze 62 neue Rezepte stehen zur Verfügung und können mit dem Ofen oder der Cupcake Maschine zubereitet werden.
Für bestimmte Rezepte braucht man Zutaten zur Herstellung, die man entweder im eigenen Garten züchten oder in der Nachbarschaft sammeln kann. Manche Zutaten kann man allerdings nur in fernen Welten entdecken,
was der Herstellung der Backwaren eine gewisse Herausforderung abverlangt.

Kritikpunkt: Der einzige Kritikpunkt ist nicht die Fähigkeit, sondern die etwas zu umfangreiche Rezeptsammlung. Die Vielfalt erschlägt einen förmlich, sodass man gar nicht weiß,
mit welchem spannenden Rezept man beginnen soll.

Einmal lächeln bitte! – Die Fotografie Fähigkeit:

Die Fotografie Fähigkeit erweitert die einfache Kamerafunktion am Handy aus dem Grundspiel um diverse neue Möglichkeiten. Dabei werden im Laufe der Fähigkeit verschiedene Kameras unterschiedlicher Preisklassen freigeschaltet, die auch dem Level, bzw. dem Preis entsprechende Qualität liefern. Zu Beginn fängt ein jeder Sim aber klein an und probiert sich am eigenen Smartphone an Selfies.
Dabei kann der Spieler zwischen verschiedenen Filtern wählen und die Position des Bildinhaltes verändern. Mit dem Fortschreiten der Fähigkeit können dann auch Gruppenfotos aufgenommen und
die Größe der Fotos verändert werden. Hat der Sim ein gewisses Fähigkeiten-Level erreicht, kann er auch eine professionelle Fotografenausstattung erwerben, an der noch viele weitere Optionen zur Verfügung stehen.
Anhand dieser Ausrüstung ist es auch ein leichtes, ein eigenes Fotostudio zu eröffnen, um die eigenen Werke dort in Geld umzuwandeln.

Kritikpunkt: Es dauert leider wirklich sehr lange, bis man anfangs in der Fähigkeit aufsteigt. Da man zu Beginn nur Selfies und einfache Bilder schießen kann, ist es mitunter ziemlich langweilig,
ein Bild nach dem anderen zu schießen, um dann pro Bild nur 2% an Fähigkeitslevel hinzuzugewinnen. Dies kann aber durch entsprechende Fähigkeitenbücher einigermaßen ausgeglichen werden.

Einwohner eines weit entfernten Planeten: Die Aliens

Durch ein Wurmloch, das Wissenschaftler an ihrem Arbeitsplatz ab einem bestimmten Berufs- bzw. Fähigkeitenlevel bauen können, kann man in die neue Welt „Sixam“ gelangen.
Man kann aber auch mit den seit dem Grundspiel enthaltenen Raketen, die die Sims bauen können, durch Zufall einen Alienplaneten finden. Dort kann man auf Aliens treffen, aber auch neue Sammelobjekte,
wie z.B. sogenannte „Drusen“ oder Pflanzen, finden und so sein Sammellexikon vervollständigen.Zudem kann man auch selbst ein Alien als Sim spielen. Diesen kann man im CAS in einem neuen Menü erstellen.
Dafür stehen viele neue Hautfarben sowie spezielles Make-Up zur Verfügung. Die neue Kleidung besteht aus einem interessanten Weltraumanzug. Wenn man sich aber als Alien nicht erkenntlich machen möchte,
kann man auch als normaler Sim herumlaufen. Man muss dann allerdings bei Unterhaltungen mit anderen Sims aufpassen, um nicht erwischt zu werden. Aliens können außerdem spezielle Interaktionen mit Sims ausführen,
die nur ihnen zur Verfügung stehen. So können sie beispielsweise das Gedächtnis des Gegenübers löschen oder tote Alientiere wiederbeleben.

Unser Fazit:

Nachdem wir Anfang Februar erste Infos zum Erweiterungspack erhalten haben, waren wir erstmal positiv überrascht, dass EA sich anscheinend einige Wünsche aus der Community zu Herzen genommen und
in die Entwicklung des Add-ons eingebracht hat. Wir haben uns aber auch gefragt, ob das Pack den Erwartungen gerecht werden kann, die viele im Voraus geäußert haben. Von Anfang an wurde „An die Arbeit!“ mit
„Open for Business“ verglichen und bei jedem neuen Infohäppchen wurden die Pro und Contra Argumente ins extreme gezogen. Letztendlich war unsere Vorfreude aber doch sehr groß und
wir haben dem Release mit Spannung entgegen gefiebert.

Mittlerweile können wir sagen, dass „Die Sims 4 – An die Arbeit!“ in großen Teilen seinen Erwartungen gerecht wird. Zwar waren wir ein bisschen enttäuscht, als wir erfahren haben, dass man
z.B. keine Geschäfte mehr auf eigenen Grundstücken eröffnen kann, oder wie „lieblos“ das Abkassieren der Waren im Spiel gestaltet wurde, jedoch sind wir zuversichtlich, dass zumindest
bezüglich der Geschäfte auf dem Heimatgrundstück mit einer Lösung seitens den Entwicklern zu rechnen ist.
Die neuen Inhalte haben die negativen Dinge aber in den Schatten gerückt.Uns hat die sehr große Vielfalt an Geschäften sehr gut gefallen. Man kann einfach fast alles verkaufen… vom Bücherladen
über das eigene Fotostudio bis hin zur eigenen Bäckerei ist einfach alles möglich. Die Möglichkeit, den Sim erstmals komplett interaktiv in der Arbeitswelt begleiten zu können, hat uns unglaublich viel Spaß bereitet.
Die neuen karrierespezifischen Objekte und Interaktion bieten immer genug Abwechslung, so dass der Arbeitstag der Sims wie im Flug vergeht und oft viel zu kurz erscheint. Und auch diverse neue
Kleidungsstücke, Frisuren, Make-Up und Hautfarben machen das Spielerlebnis einfach noch einmal viel Intensiver. Als nettes Feature sind hierbei abschließend noch die Aliens zu erwähnen, mit denen wir viel Spaß hatten
und die noch einmal viele neue Möglichkeiten haben.

Wenn EA weiterhin so umfangreiche Erweiterungspacks für „Die Sims 4“ veröffentlicht und weiterhin auf die Wünsche der Sims Spieler eingeht, können wir alle positiv in die Zukunft von Sims 4 blicken.

Von unserer Seite gibt es für alle begeisterten Sims Spieler für „Die Sims 4 – An die Arbeit!“ eine klare Kaufempfehlung! Aber auch alle anderen sollten auf jeden Fall mal einen Blick auf das
Erweiterungspack werfen.

Ninidil & Maddis für Spielerheim.de

Bilder zum Pack: 

Trailer:

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